Dass die Zahl derer, die im Urlaub durch eine herabfallende Kokosnuss zu Tode kommen weitaus höher ist als die Zahl der Touristen, die bedingt durch einen Hai-Angriff sterben, klingt durchaus absurd und irgendwie komisch. Aus einer Höhe von bis zu 30 Metern stürzt die beliebte Baumfrucht mit beinahe Autobahngeschwindigkeit von Palmen und richtet im Pechfall Tragödien an, die der Sache an sich spätestens dann ihren Witz nehmen.

Auf den ersten Blick wirkt eine Kokosnuss alles andere als bedrohlich. Nichts ist weiter auffällig an ihrem haarigen Äußeren. Und doch besitzt die Frucht der in der Fachsprache als Palmengewächs bezeichneten Kokospalme ein für ihre Gefährlichkeit verantwortliches Attribut: Sie ist hart. Steinhart. Alleine im Jahre 2010 mussten weltweit mehr als 150 Todesfälle verbucht werden, die in Zusammenhang mit herabfallenden Kokosnüssen standen. Das sind immerhin mehr als zehnmal so viele, wie durch Hai-Attacken und es sollte dem Urlauber Hinweis genug sein, sich nicht gerade für den Schatten der Kokospalme zu entscheiden, wenn es darum geht, ein kühles Plätzchen für Zwischendurch zu ergattern. Ohne Vorwarnung stürzen die braunen Geschosse mit teilweise mehr als 80 Stundenkilometern von den Bäumen und entscheiden sich bei ihrer Zielwahl leider viel zu oft für den Touristenkopf. Nicht umsonst warnen selbst Reisebüros Thailand-Urlauber häufig vor dem Flug, beim Spaziergang oder Sonnenbad auf Kokospalmen in der Nähe zu achten und gegebenenfalls lieber Abstand zu wahren, als ein möglicherweise verheerendes Risiko einzugehen. Denn viel zu oft endet ein solcher Urlaub mit einem Hubschrauberflug nach München, in die dort ansässige Universitätsklinik oder – im schlimmsten Fall – mit dem Tod.

Dennoch existieren viel zu wenige Publikationen, sowohl im Internet als auch in den populären Printmedien, die Touristen über die Gefahr fallender Kokosnüsse aufklären. Zu abstrus und erschwindelt wirkt das Thema und zu ärgerlich der Gedanke daran, dass selbst das so anmutig und paradiesisch wirkende karibische Flair offensichtlich seine Tücken hat.
Bemerkenswert, wie zahm ein Haifisch da doch plötzlich erscheint.

Achtet man behutsam auf Palmen und meidet deren Schatten, so kann man auch getrost seine Koffer packen und seine Reise antreten. Schließlich sollte man sich von Kokosnüssen nicht seinen Urlaub verderben lassen.